CO2-Gesetz – Referendum mit SVP?

3.10.2020

Liebe Eltern fürs Klima
Es geht gerade eine Meldung durch die Medien, welche wir hier etwas “geraderücken” möchten, obwohl “Eltern fürs Klima” nicht Teil des Klimastreiks ist: Es wird suggeriert, dass der Klimastreik das Referendum gegen das CO2-Gesetz beschlossen habe. Es sind allerdings nur fünf Regionalgruppen (VD, NE, JU, GE und VS) des Klimastreiks, die sich dazu entschlossen haben, das Gesetz per Referendum zu bekämpfen. Es gibt dazu keinen nationalen Konsens.
In der Medienmitteilung wird u.a. kritisiert, dass das CO2-Gesetz zu höheren Benzinpreisen führen könnte und deshalb ungerecht sei – eine Argumentation, die völlig aus den Augen lässt, dass die vermeidbare Freisetzung von noch mehr CO2 in die Atmosphäre die grösste aller Ungerechtigkeiten gegenüber uns selber und kommenden Generationen ist und dass es längst Alternativen zur Verbrennung von fossilen Treibstoffen gibt! Dass diesen zum Durchbruch verholfen wird, ist Aufgabe der Politik – dafür setzen wir uns mit aller Kraft ein! 

Zahlreiche Umweltorganisationen und Klimawissenschaftler*innen haben bereits dazu aufgerufen, dieses Referendum nicht zu unterschreiben.

Lassen wir uns nicht in die Irre leiten: Das CO2-Gesetz ist zwar nach wie vor ungenügend, wurde aber dank der Klimabewegung massiv verbessert und stellt einen Schritt in die richtige Richtung dar. Diese Schritte rückgängig zu machen oder anzugreifen wäre ein unentschuldbarer Fehler und ein Verrat an den tausenden von Menschen, die sich dafür einsetzten, dass dieser Prozess nun endlich in die Wege geleitet wird.
Man macht keine gemeinsame Sache mit der SVP und der Erdölindustrie!
Liebe Grüsse
Petra und Jonas

CO2-Gesetz – Feiern oder trauern?

11.6.2020

Liebe Eltern fürs Klima

Am 10.6.2020 wurde das neue CO2-Gesetz vom Nationalrat zu Ende beraten und angenommen. Dieses Gesetz geht wesentlich weiter als die Version von 2018, die damals von einer “unheiligen Allianz” aus Klimaleugner*innen und Klimaschützer*innen abgelehnt wurde – gestern hatten nur noch die Klimaleugner*innen das Gesetz abgelehnt – glücklicherweise auch im Nationalrat eine klare Minderheit. Jetzt geht das Geschäft noch in den Ständerat zur Differenzbereinigung.

Wie Prof. Reto Knutti sagt, ist das Gesetz natürlich längstens nicht ausreichend, um die Erwärmung auf 2 Grad oder gar 1.5 Grad zu begrenzen, also “Paris-kompatibel” zu sein. So will die Schweiz ihre Emissionen im Inland bis 2030 um relativ bescheidene 37.5% reduzieren und im Ausland weitere 12.5% kompensieren – im Vergleich dazu strebt die EU eine Reduktion von 55% an.

Sollen wir also glücklich oder traurig sein? Unter uns: Wahrscheinlich sollten die positiven Gefühle überwiegen: Das neue Gesetz ist wesentlich besser geworden als die ursprüngliche Fassung, die Realität der Klimakrise ist in der breiten Politik angekommen – das ist ein riesiger Schritt nach vorne, an dem wir alle unseren Beitrag haben, denn die Klimastreik-Bewegung hat die Wahlen 2019 und den Diskurs über das Klima massgeblich beeinflusst. Wir werden alle weiterhin am Ball bleiben und dafür sorgen, dass der Druck aus der Gesellschaft noch weiter zunimmt, dass der Klimaschutz immer ambitionierter wird, so dass die Schweiz 1.5 Grad kompatibel wird. Es wird uns weiterhin brauchen – toll organisierte Kleinproteste in Bern der “Eltern fürs Klima AG-Aktivismus”, Postkartenaktionen, Filme, die Teilnahme an grossen Demos etc. etc. Denn der CO2-Ausstoss muss viel schneller zurück, als es die meisten wahrhaben wollen. Schritt 1 ist geschafft: Fast alle wissen jetzt, dass Klimaschuzt notwendig ist. Schritt 2 ist nun, klar zu machen, wie sehr es eilt und dass Klimaschutz gut machbar ist!

Wir danken Euch allen für Euren Einsatz und freuen uns auf weitere Aktionen! Liebe Grüsse

Petra, Victor und Jonas

PS: Reto Knutti zum CO2-Gesetz im 10vor10: https://kurzelinks.de/r6sx

Weitere Fotos der Proteste in Bern: https://kurzelinks.de/0bnk